Während der Führung (auf italienisch oder englisch) durch das kleine, windschiefe Häuschen, heute im Besitz der Gemeinde und unter Denkmalschutz stehend, lernt der aufmerksame Besucher neben den schmalen Räumen auch die Geschichte des Maestros und seiner Familie kennen. Im Erdgeschoss, rechter Hand neben dem Eingang, kommt man durch die Küche in das Esszimmer. In der letzten Zeit wurden diese Räume mit einigen Möbeln eingerichtet, um den Besuchern einen bildhafteren Eindruck in das Leben Verdis zu vermitteln. Die schmalen Steinstufen führen hinauf in die erste Etage, in das kleine Kinderzimmer, von dem aus Verdi immer einen Blick in den Pferdestall hatte. Auch wenn es uns ungewöhnlich erscheint: Die warme Luft im Stall erwärmte direkt auch das Zimmer der Kinder. Gerade in den feuchten Wintern war dies lebensnotwendig. Wer die italienische Bauweise dieser Zeit (und auch die der heutigen Jahre) kennt, weiß um die Feuchtigkeit und die dünnen Wände vieler norditalienischer Wohnungen.
Gleich neben Verdis Kinderzimmer liegt das elterliche Schlafzimmer. Der Blick aus diesem, nur mit einem Bett und einer Truhe eingerichteten, Raum, der auch Verdis Geburtszimmer war, fällt direkt auf die gegenüber stehende, sonnengelb gefärbte Chiesa San Michele Arcangelo, ein Bau aus dem Hochmittelalter, mit einem schönen Glockenturm. In der kleinen Kirche wurde Verdi in der ersten Kapelle in dem Steinbecken rechts getauft, und hier erhielt er seinen ersten Unterricht an der Orgel von Pietro Baistrocchi. In der Kirche kann man neben zahlreichen Andachtsfresken auch zwei Gemälde von Pietro Balestra anschauen. In der Heiligen Woche vor Ostern ist in der Chiesa das große Gemälde des Bühnenmalers Girolamo Magnani aus Fidenza zu sehen. Unterhalb der Orgel befindet sich ein kleines Zimmer, in dem Erinnerungsstücke an Verdi ausgestellt sind
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